Wir können es! Ihr nicht!

Niedrigschwellige Angebote in Arztpraxen: Eine Utopie? Auch wenn es zahlreiche Schwerpunktpraxen oder Substitutionspraxen in NRW gibt, so ist doch deren Angebot teilweise für bestimmte Zielgruppen nicht adäquat oder zu "hochschwellig". Warum kann die Aidshilfe dieses Angebot nicht übernehmen?

These 1:
Die Prävention benötigt mehr ärztliche Leistungen - bei gravierendem Ärztemangel. Die Lösung lautet: Delegation und Substitution ärztlicher Leistungen in die Aidshilfen - und mehr Kooperation zwischen Arztpraxen und Aidshilfen/Checkpoints. Zudem sollten Testverfahren genutzt werden, die mit geringem ärztlichen Einsatz auskommen.

Referent: Armin Schafberger (Deutsche AIDS-Hilfe)

These 2:
Die derzeitige Angebotsstruktur von Schwerpunktpraxen und Substitutionspraxen deckt den Bedarf zur medizinischen Versorgung der von HIV oder Hepatitis C besonders betroffen Gruppen zu genüge ab. Test- und Beratungsangebote über HIV und Hepatitis-C hinaus, sprich zu anderen STIs, können bedarfsdeckend in Arztpraxen adäquat angeboten werden. Ansonsten gibt es in allen Städten zusätzlich fachlich kompetente Angebote der Gesundheitsämter oder anderer Beratungsstellen und -projekte. Die medizinisch-therapeutischen Angebote müssen, nachgerade um Qualitätsstandards zu wahren, auf Arztpraxen beschränkt bleiben.

Referent: Dr. Jürgen Zastrow (Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein

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