K1: Angebot oder Verpflichtung?
10.30 bis 12.00 Uhr

Position 1: Prof. Dr. Martin Dannecker | Sexualwissenschaftler
Gesundheitsprävention ist immer (nur) ein Angebot. Umfassende Informationen zeigen Möglichkeiten auf und wollen motivieren, sich gesundheitsbewusst zu verhalten. Ferner ist es erforderlich, Verhältnisse zu schaffen, die dies überhaupt erst ermöglichen. Letztendlich bleibt es aber der Eigenverantwortung aller überlassen, sich so zu verhalten, dass es der Gesundheit dient – oder eben nicht. Vor allem im Hinblick auf unterschiedliche Lebenssituationen und Lebensentwürfe, auch über die Zielgruppen von Aidshilfe hinaus. Wir müssen Strukturen und Angebote schaffen, die eine wirksame Prävention, Prophylaxe und Behandlung insbesondere unsere Zielgruppen betreffend gewährleisten: Vorbehaltlos und nicht moralisierend!

Position 2: Prof. Dr. Stefan Esser | Universitätsklinikum Essen
Wieviel Freiheit, nur an sich zu denken, ist akzeptabel? Wieviel Solidarität dürfen oder müssen Ärzt*innen einfordern? Potenziell gesundheistschädigendes Verhalten gehört zwar zum alltäglichen Leben der meisten Menschen dazu (Alkohol, Rauchen, Sex, Autofahren …), doch hört die individuelle Freiheit da auf, wo anderen direkt oder indirekt geschadet wird. Hier steht das Individuum in direkter Verantwortung nicht nur sich selbst, sondern insbesondere auch anderen gegenüber.

Talkrunde:
Dirk Meyer | BZgA
Sandra Dybowski | Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW
Arne Kayser | Aidshilfe NRW | Bochum
Bernd Fredriksson | Pluto Sauna | Essen (angefragt)
Lina Kabangu | MiSSA NRW (angefragt)

Moderation:
Jeanne Turczynski und Holger Wicht