PrEP nur für besondere Gruppen oder für alle? Was bedeutet das für die Impfstoffforschung?

These 1: 
Auch wenn sich die PrEP vielleicht nur bedingt epidemiologisch bemerkbar macht, so sollte doch eine zusätzliche Möglichkeit für eine angstfreie Sexualität für alle zugänglich sein. Es muss konzeptionell so gedacht und in die Tat umgesetzt werden, dass die PrEP für alle (die sie nehmen wollen) als ein Präventionsmittel zur Vermeidung einer HIV-Infektion genutzt werden kann. Eine zusätzliche Fragestellung ist hierbei auch: Wenn wir die PrEP erfolgreich einsetzen können, wozu brauchen wir dann noch eine Impfung?

Referent: Prof. Hendrik Streeck | Institut für HIV-Forschung Essen

These 2:
Es ist lediglich sinnvoll, besonders hochriskierten Gruppen die PrEP zur Vermeidung einer HIV-Infektion bereitzustellen. So können sinnvoll und kostenrelevant Neuinfektionen vermieden werden. Schließlich muss ja auch bedacht werden, wer diese PrEP-Nutzer*innen medizinisch betreut und dass es Nebenwirkungen gibt, denen sich nicht jede*r aussetzen will. Kondome sind eine deutlich nebenwirkungsärmere Präventionsmethode.

Referentin: PD Dr. Clara Lehmann | Uniklinik Köln

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