HIV-KONTROVERS am 24. Februar 2018

Am 24. Februar 2018 fand die Fachtagung HIV-KONTROVERS in Kooperation der Aidshilfe NRW, der Deutschen Aidsgesellschaft und der Uniklinik Essen im Essener Haus der Technik statt.

Rund 180 Expertinnen und Experten trafen sich in Essen zur 5. Fachtagung HIV-KONTROVERS. Vertreterinnen und Vertreter aus Aidshilfe, Positiven-Selbsthilfe, Prävention, Medizin, öffentlichem Gesundheitswesen, ambulanter und stationärer Versorgung, Politik und Verwaltung sowie Menschen mit HIV aus ganz Nordrhein-Westfalen diskutierten kontrovers über medizinische und soziale Fragen zum Leben mit HIV und modernen Entwicklungen in der HIV-Prävention.

Das Themenspektrum der Fachtagung erstreckte sich vom Zugang zur Prä-Expositionsprophylaxe (PrEP) über die Frage ob die Therapie von Hepatitis C optimal ist oder ob hier weiter geforscht werden soll, bis hin zur Rolle, die eine HIV-Infektion beim Älterwerden spielt. Außerdem diskutierten die Konferenzteilnehmer*innen über die Möglichkeit einer individualisierten HIV-Therapie im Gegensatz zu einer Standardverordnung, die Herausforderungen an die Prävention angesichts des Konsums chemischer Drogen beim Sex und ob Aidshilfen zukünftig vermehrt ärztliche Dienstleistungen erbringen können.

„Das Leben mit einer HIV-Infektion hat sich in den zurückliegenden Jahren weiter verbessert“, sagte Stefan Esser von der Universitätsklinik Essen, Mitglied im DAIG-Vorstand und Vorsitzender der Landeskommission AIDS. „HIV ist durch den breiten Einsatz der antiretroviralen Therapie inzwischen zu einer chronischen Erkrankung geworden, mit der man eine durchschnittliche Lebenserwartung erreichen kann. Dies stellt sowohl die Prävention, als auch die Beratung der Aidshilfen und der Ärzteschaft immer wieder vor neue Herausforderungen, denen sich auf dieser Fachtagung alle Seiten offen stellen wollen.“

„Bei HIV-KONTROVERS blicken wir in die Zukunft und greifen Inhalte auf, denen wir uns individuell und als Gesellschaft stellen müssen“, sagte Arne Kayser, Landesvorsitzender der Aidshilfe NRW. „Die Entwicklungen im medizinischen Bereich und der wissenschaftliche Fortschritt einerseits und die nach wie vor gesellschaftlichen Vorbehalte gegen Menschen mit HIV andererseits verpflichten uns zum Dialog und zum kontinuierlichen Engagement aller Beteiligten, gegen Vorurteile und Stigmatisierung vorzugehen.“

Essens Oberbürgermeister Thomas Kufen, Schirmherr der Fachtagung, freute sich über die rege Beteiligung: „Mit der HIV- Ambulanz des Universitätsklinikums Essen, der HIV-Beratung des Gesundheitsamtes des Stadt Essen und der Aidshilfe hat sich unsere Stadt zu einem wichtigen Anlaufpunkt für Menschen mit HIV aus der gesamten Region entwickelt“, so Kufen. „Ich freue mich, dass am heutigen Tag so viele ausgewiesene Expertinnen und Experten nach Essen gekommen sind, um zu diskutieren und die Qualität der HIV- und Aidsprävention und Behandlung in Nordrhein-Westfalen noch besser zu machen.“